Alltag

Nachdem letztes Wochenende ja ziemlich viel los war, ist unter der Woche dann wieder -der im Moment noch ziemlich entspannte- Alltag eingekehrt.

Dabei helfen wir jeden Tag im Tuckshop der Schule, backen und verkaufen also Pommes (sowohl die Schüler als auch die Lehrer essen die hier gern schon morgens um 10 ;-) ), und im Homework-Center. Im Tuckshop wechseln Lena und ich uns aber momentan jeden Tag ab, da dort auch noch eine Lehramtsstudentin und einige von den Sechstklässlern helfen und es sonst viel zu voll wäre. Das Homework-Center findet Montag bis Donnerstag jeweils von 14 bis 16 Uhr statt. An meinem Tisch habe ich zur Zeit acht Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse, wobei aber nicht alle von ihnen jeden Tag kommen. Im großen und ganzen besteht meine Aufgabe darin, aufzupassen, dass alle Kinder ihre Hausaufgaben möglichst vollständig erledigen...so unterschiedlich die Kinder sind, so verschieden kann natürlich auch diese Aufgabe interpretiert werden. Während ich den einen nur mal ein paar Wörter diktiere und schließlich unterschreibe, dass sie alles gemacht haben, muss ich bei anderen praktisch die ganze Zeit daneben sitzen und sie alle drei Minuten ans Weitermachen erinnern. Bei wieder anderen bin ich schon froh, wenn sie überhaupt mal da sind und mit mir sprechen. Auch wenn die Kinder mich an manchen Tagen durch ihre Unkonzentriertheit ziemlich viele Nerven kosten, macht es meist doch Spaß (um ein Mädchen zum Lesen zu motivieren, habe ich letzte Woche angefangen, ihr jede gelesene Seite anschließend auf Deutsch vorzulesen - auch wenn sie nichts verstanden hat, hatten wir ziemlichen Spaß dabei) und ich habe schon alle "meine " Kinder ins Herz geschlossen.

 

Ansonsten haben wir Montags und Dienstags immer verschiedene Meetings um die Jugendgruppen am Freitag vorzubereiten.

Diesen Freitag hatten wir eine Art workshop, der die Jugendlichen auf ihre Mitarbeit in der Kindergruppe (die erst im nächsten Term wieder stattfindet) vorbereiten sollte. Unter anderem haben Lena und ich dafür den ganzen Morgen in der Küche verbracht, da es darum ging, den Jugendlichen verschiedene Snacks zu zeigen, die sie für die Kinder in ihrer jeweiligen Kleingruppe vorbereiten könnten. Weil natürlich jeder von uns etwas anderes mitgebracht hat, gab es neben ein paar interessanten Inputs und viel Spaß vor allem auch sehr viel Essen :-)

Im Anschluss an den Workshop hatten wir nochmal Bandprobe für Youth, was dann Freitagabend war. Bei Youth ist es so, dass wir in "Smallgroups" (nach Geschlechtern und Jahrgangsstufen aufgeteilt) einen Bibeltext besprechen und dann mit allen Teenagern zusammen Worship haben und noch eine Message vom Jugendpastor anhören. Die Reihenfolge variiert dabei und manchmal kommen auch noch andere Sachen wie z.B. ein Spiel hinzu. Weil diese Woche eine der südafrikanischen Leiterinnen nicht konnte, mussten Lena und ich spontan eine Smallgroup zu zweit leiten. Wir hatten eine Gruppe mit fünf Zehntklässlerinnen (die doch deutlich entspannter sind als die etwa 20 Siebt- und Achtklässlerinnen, bei denen ich die letzten Wochen war) und auch wenn mir vor allem das Beten auf Englisch doch noch ziemlich schwerfällt, haben wir uns sehr gut unterhalten und hatten einen schönen Abend. Wenn uns vorher Jemand gefragt hätte, ob wir uns zutrauen würden, eine Smallgroup allein zu leiten, hätten wir vermutlich beide verneint, aber wenn man "ins kalte Wasser geschmissen" wird, funktioniert das dann ja meist doch irgendwie. 

 

Samstag war hier dann ziemlich gutes Wetter, sodass die Überredungsversuche der Fosterkids doch endlich baden zu gehen (das dürfen sie nur, wenn wir dabei sind, da nicht alle von ihnen schwimmen können) ihren Höhepunkt erreicht haben. Eigentlich war es schon noch ziemlich kalt, aber da ich dann bei dem Versuch, Georgies Rand (etwa 7 Cent), den er in den Pool hat fallen lassen, zu bergen, ohnehin schon ziemlich nassgeworden bin, habe ich dann doch nachgegeben und mit großem Geschrei sind wir alle ins Wasser gesprungen.

Ob ich das Ganze wirklich schon "Alltag" nennen würde, bin ich mir nicht sicher, da es doch alles noch ziemlich aufregend ist, und sich immer wieder kleinere Dinge verändern. Falls doch, ist es auf jeden Fall ein Alltag, den ich nicht verändern wollen würde.

 

Ganz viele liebe Grüße,

Johanna

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Kommentare: 4
  • #1

    Elke züll (Dienstag, 13 September 2016 14:39)

    Schöne Bericht, freue mich schon auf den nächsten Gruß Mama

  • #2

    Oma fine (Dienstag, 13 September 2016 20:37)

    Hallo liebe Johanna , oder hanne .....,du. Weißt schon ,,,Papa rief an und gab mir Nachricht über deine neuen Zeilen, ich war natürlich. Zu blöd und habe sie erst nach ilfestellung entdeckt. Passe ichnicht gut zu deinen Kindern . Aber in meinem Alter darf man ja wieder vieles. Gerne würden wir mal Mäuschen spielen bei euch., ich wünsche dir ein wenig mehr Zeit, um all. Deine Eindrücke für das Alter aufzuschreiben Bleib gesund und m unter Deine alten aus der eifel

  • #3

    Ulli (Sonntag, 18 September 2016 20:24)

    Liebe Johanna,
    tolle Berichte und Bilder und super, dass Du dies mit uns teilst.
    Ich habe mehrfach laut lachen müssen über Deine Beschreibungen, vor allem mit den Hausaufgaben, Kinder sind doch überall gleich. Verstehst Du Africaans ein bisschen? Wahrscheinlich gar nicht so einfach.
    Ich bin wohlbehalten aus Südfrankreich zurück, herrlicher Urlaub, viel geschwommen, nichts getan, gewandert, gut gegessen.
    Bin ich froh, dass ich mir die Auszeit von einem halben Jahr - wenn auch erst mit 42 - gegönnt habe. Morgen geht für mich der Alltag wieder los
    Liebe Grüße
    Ulli

  • #4

    Katharina aus England (Freitag, 14 Oktober 2016 21:07)

    Wir haben dich gefunden! Hier wird es almählich kalt und herbstlich. Hoffe es geht dir gut! Alles liebe aus England,
    Familie Clitherow :)